SAKRALE NERVENSTIMULATION

Eine neuere Methode zur Behandlung der Stuhlinkontinenz stellt die sakrale Nervenstimulation dar. Stuhlinkontinenz wird unter anderem durch eine Schwäche des Schliessmuskels und durch ein gestörtes Empfinden im Bereich des Analkanals verursacht.  Die sakrale Nervenstimulation ist eine Therapiemöglichkeit, wenn die üblichen behandlungsversuche wie Beckenbodentraining, Biofeedbacktraining, Beeinflussung der Stuhlkonsistenz durch Stuhlquellmittel, Loperamid oder diätetischen Massnahmen zu keiner Verbesserung der Kontinenz führen.

Bei der SNS werden die Nerven des Schliessmuskels (Sphinkter) im Bereich des Steissbeines durch eine Sonde, die über eine Batterie elektrische Impulse erhält, stimuliert. Dies führt wiederum zu einer Kontraktion des Schliessmuskels und zu einem verbesserten Empfinden im Analkanal. Die Sonde wird in einer Operation mit lokaler Betäubung unter Röntgenkontrolle eingesetzt. Während einer ca 3-wöchigen Testphase, während der die Batterie bzw. der Stimulator ausserhalb des Körpers des Patienten getragen wird,  kann die Wirksamkeit dieser Stimulation geprüft werden.

Bei Erfolg, d.h. deutlicher Verbesserung der Inkontinenzbeschwerden werden in einer 2. Operation (in lokaler Betäubung) ein neuer Stimulator unter die Haut am Gesäss eingesetzt und mit der Sonde verbunden.

Vor Implantation einer SNS sind spezielle Abklärungen wie eine Analmanometrie und proktologische Untersuchung sowie ein ausreichend langer konservativerTherapieversuch erforderlich.

CLARA AKTUELL

Nr. 8 / 2004
Stuhlinkontinenz – Inerdisziplinäre Diagnostik und neue Therapieansätze

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