HÜFTE

Hüfttotalprothese

Die Hüfttotalprothesenoperation ist wahrscheinlich eine der erfolgreichsten Operationen überhaupt. In der Schweiz werden aktuell gegen 20'000 künstliche Hüftgelenke pro Jahr eingesetzt. Die Anfänge der modernen Hüftendoprothektik gehen auf Sir John Charnley in England zurück. Parallel haben auch Schweizer Hüftprothesensysteme entwickelt, so B. G. Weber und M. E. Müller. Gewisse Prothesen dieser Pioniere sind heute noch mit Erfolg im Einsatz.

Im Fall einer schweren Hüftarthrose wird bei einem entsprechend hohen Leidensdruck ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. In der frühen Phase der Hüftendoprothetik konnten nur sogenannte Femurkopfprothesen eingesetzt werden. Hier handelt es sich um einen Ersatz des Oberschenkelkopfes durch eine meist metallische Kugel, welche mit einem metallischen Schaft verbunden ist, und im Oberschenkelknochen verankert wird. Heute wird diese Art der Prothese nur noch bei älteren Patienten bei Schenkelhalsbrüchen eingesetzt, wenn der Knorpel im Hüftgelenk noch normal ist. In der Situation der schweren Arthrose oder der schweren Kopf- Durchblutungsstörung, sind immer sowohl der Oberschenkelkopf als auch die Hüftpfanne betroffen. Dies bedingt dann auch den Ersatz der beiden sich berührenden, abgenutzten Gelenkflächen. Eine moderne Hüfttotalprothese besteht aus 4 (respektive 2) Teilen: Einer metallischen Schale, darin einer Hartplastikschale sowie einem Kugelkopf, welcher auf einem Schaft steckt, der in den Oberschenkel geschlagen wird. Diese 4 Komponenten können mit oder ohne Acrylharz (Knochenzement) im Knochen fixiert werden. Für die Hüftpfanne besteht auch die Möglichkeit, eine etwas dickere Hartplastikschale mit Acrylharz direkt im Knochen zu fixieren.

Welches Prothesensystem in welcher Situation gewählt wird, hängt letztendlich von vielen Faktoren ab. Es existieren mehrere Anbieter, welche eine hervorragende Qualität der Prothesensysteme liefern können.

Aktuell verwenden wir beim primären Gelenkersatz eine Fitmore-Pfanne (Titanbeschichtete Pfanne) welche selbstverankernd (pressfit) ist. Für den Schaft bestehen zwei Optionen: zementiert (Müller-Geradschaft) oder unzementiert (Fitmore- oder Avenirschaft).

Bei einer Prothesenwechseloperation kann häufig nicht mehr eine Standartprothese verwendet werden. In dieser Situation implantieren wir am Oberschenkel einen etwas längeren, zementfrei fixierten Revitanschaft. In der Hüftpfanne kommen neben den Standartimplantaten auch spezielle Schalen zur Anwendung. Im Prinzip wird aber in einer Revisionssituation immer das Implantat der Biologie angepasst und nicht umgekehrt. Das heisst, dass evtl. noch vorhandene und gut funktionierende fixierte Komponenten nach Möglichkeit belassen werden und nur ausgewechselt wird was aufgebraucht oder lose ist.

Details über die Hüftprothesenoperation, die Hospitalisation, Nachbehandlung und Prognose werden immer anlässlich des Aufklärungsgespräches eingehend diskutiert.

KONTAKT

Unsere Telefonzeiten sind Montag bis Freitag von 08.00 – 17.00 Uhr. Ausserhalb der Telefonzeiten ist unsere Zentrale rund um die Uhr besetzt.


Zentrale:
T: 061 685 85 85

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