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Das Claraspital bietet neue Krebsdiagnostikmethode bei Prostata-Krebs an

PSMA-PET bei Prostata-Krebs: Lymphknotenmetastase leuchtet auf (Pfeil) – so kann jetzt gezielt behandelt werden.

Das Claraspital kann als erstes Spital der Nordwestschweiz mit dem PSMA-PET eine besonders genaue und schonende Krebsdiagnostik anbieten. Das Verfahren ist seit Anfang 2017 als krankenkassenpflichtige Leistung schweizweit zugelassen.

Prostatakrebs ist der am zweithäufigsten diagnostizierte Krebs bei Männern. Er verursacht in Europa etwa 90.000 Todesfälle pro Jahr. Bis zu fünfzig Prozent der Patienten, deren Prostata operativ entfernt wurde oder die sich einer Strahlentherapie unterzogen haben, erleiden einen Rückfall. Dieser wird häufig durch einen Anstieg des Tumormarkers PSA (Prostata-spezifisches Antigen) entdeckt, wobei der Labortest nicht verraten kann, wo der Tumor wieder aufgetreten ist. 

In dieser Situation müssen Arzt und Patient über die weiteren Behandlungswege entscheiden. Dieser Prozess kann schwierig sein, denn die Behandlungsmöglichkeiten reichen von der erneuten Operation bis hin zur Strahlen- und Hormonbehandlung. Eine genaue Kenntnis der Ausbreitung der Erkrankung ist deshalb die Voraussetzung einer optimalen Therapieplanung.


Neues Krebsdiagnostikverfahren
Genau hier kann die PET/CT mit einem in Europa bereits sehr gut erprobten neuen Verfahren helfen, das schweizweit aber bislang nur am Unispital Zürich zur Verfügung stand.

Bei diesem Verfahren wird als Spürsubstanz – im Gegensatz zum üblicherweise verwendeten, schwach radioaktiv markierten Traubenzucker – ein markiertes Prostata-Spezifisches Membran-Antigen (PSMA) eingesetzt. Dieses kann in Ergänzung zum Labortest die Zellen markieren, die für den Anstieg des Tumormarkers PSA verantwortlich sind, und die im PET-Scan dann «aufleuchten». Im Gegensatz zur alternativen MRT-Untersuchung wird dabei der ganze Körper untersucht. Da die verwendete, radioaktive Markierung (68Ga) mit 68 Minuten eine sehr kurze Halbwertszeit besitzt, ist die Untersuchung zudem besonders schonend. 

Die kurze Halbwertszeit und die komplizierte Herstellung des Markers haben zur Folge, dass die Untersuchung nur in hochspezialisierten Zentren möglich ist. Weil das Genehmigungsverfahren lang und kompliziert ist, wird sich das auch nicht so  schnell ändern.

Aufgrund einer langjährigen Kooperation mit dem Unispital Freiburg im Breisgau ist es PD Dr. Freimut Jüngling, Chefarzt Nuklearmedizin, gelungen, diese Untersuchung bereits jetzt am PET/CT-Zentrum Nordwestschweiz im Claraspital anbieten zu können. Letzte Woche wurde der erste Patient mit der neuen Methode untersucht – schweizweit die erste Untersuchung ausserhalb Zürichs. «Damit steht diese wichtige Untersuchung auch den Patienten in der Nordwestschweiz zur Verfügung», freut sich Dr. Jüngling.

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