Prostatabiopsie

Was ist eine Prostatabiopsie?

Biopsie heisst Gewebeentnahme und erlaubt die mikroskopische Beurteilung von Prostatagewebe. Die Prostata liegt sehr nahe beim Enddarm und ist deshalb sowohl der Fingeruntersuchung wie auch einer Biopsienadel gut zugänglich. Für eine Prostatabiopsie wird die Biopsienadel daher unter Kontrolle einer Ultraschallsonde durch den Enddarm in die Prostata eingeführt.

Weshalb wird eine Prostatabiopsie durchgeführt?

Eine Gewebeentnahme wird empfohlen, um einen Prostatakrebs auszuschliessen oder nachzuweisen. In der Regel wird sie notwendig bei erhöhten oder steigenden PSA-Werten (PSA = Prostata-spezifisches Antigen) oder bei einem unklaren Tastbefund im Bereich der Prostata. Das PSA ist ein sog. Tumormarker für Prostatakrebs, der im Blut nachgewiesen werden kann.

Wie wird eine Prostatabiopsie durchgeführt?

Vor der Biopsie ist eine antibiotische Abschirmung (Prophylaxe) notwendig. Sie erhalten deshalb am Vorabend der Untersuchung, am Morgen der Untersuchung, am Abend nach der Untersuchung und am nächsten Morgen ein Antibiotikum (z.B. Ciproxin).

Medikamente zur Blutverdünnung (z.B. Marcoumar, Aspirin, Plavix etc.) müssen wegen Blutungsgefahr abgesetzt werden. Für die Untersuchung müssen Sie weder nüchtern bleiben, noch muss der Darm entleert sein. Die Gewebeentnahme erfolgt im Liegen in Rücken- oder Seitenlage mit angewinkelten Knien. Die desinfizierte und zusätzlich mit einem Gummifingerling geschützte Ultraschallsonde wird dabei, mit reichlich Gleitgel versehen, langsam in den Enddarm eingeführt.

Mit einer feinen Nadel wird zuerst eine Lokalanästhesie («unempfindlich machen») gespritzt, ähnlich wie beim Zahnarzt. Danach wird zunächst die Grösse der Prostata ausgemessen und es wird nach verdächtigen Arealen gesucht. Anschliessend wird die Prostata an 8 bis 12 verschiedenen Stellen biopsiert. Die Gewebeentnahme selbst erfolgt mit einer Art Biopsiepistole, die in einem Bruchteil einer Sekunde ein kleines Gewebestück aus der Prostata ausstanzt. Anschliessend wird die Ultraschallsonde entfernt und Sie können wieder nach Hause gehen. Die ganze Untersuchung dauert ca. 10 Minuten. Das definitive Untersuchungsresultat ist nach ca. 10 Arbeitstagen zu erwarten.

Was sagt die Prostatabiopsie aus?

Die Ultraschalluntersuchung ergibt Hinweise auf die Grösse der Prostata. Bei nachgewiesenem Krebs erlaubt sie auch gewisse Hinweise, ob der Tumor noch auf die Prostata beschränkt ist oder bereits umgebende Strukturen wie die Samenblasen erreicht hat. Anhand der Biopsie lässt sich unterscheiden, ob es sich um eine gutartige Prostatavergrösserung, um eine Vorstufe von Krebs (PIN oder sogenannte prostatische intraepitheliale Neoplasie) oder um Prostatakrebs handelt. Wichtig ist zu realisieren, dass es sich dabei nur um Stichproben handelt und es deshalb möglich ist, kleine Tumoren zu verpassen. Bei Vorstufen von Krebs (PIN) oder bei weiter ansteigenden PSA-Werten muss unter Umständen eine zweites oder ein drittes Mal biopsiert werden.

Was sagt die Prostatabiopsie nicht aus?

Anhand des Ultraschallbildes lässt sich nicht zwischen gutartiger Vergrösserung und Prostatakrebs unterscheiden. Der mikroskopische Nachweis von Prostatakrebs in der Biopsie ist beweisend.

Was spüre ich während und nach der Untersuchung?

Während der Untersuchung spüren Sie den Druck der Ultraschallsonde im Enddarm. Dieser Druck ist vergleichbar mit der Finger-Untersuchung zum Abtasten der Prostata. Die Gewebeentnahme selber spüren Sie kaum, allenfalls als kurze Nadelstiche. Die federgetriebene Biopsiepistole verursacht ein metallisches Knallgeräusch, das Sie nicht erschrecken sollte.

Nach der Untersuchung verspüren die meisten Patienten einen Druck in der Damm- und Prostatagegend. Oft kommt es nach der Biopsie zu tropfenweisem Blutabgang aus dem After oder einer Rotverfärbung des Urins. Es handelt sich dabei um vorübergehende (einige Tage) und harmlose Veränderungen. Dunkle Spuren von Altblut im Sperma sind oft noch während Wochen zu beobachten und kein Anlass zu Sorge.

Entzündungen oder gar Abszesse nach Prostatabiopsie sind sehr selten, wenn auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Sollte es in den ersten Stunden bis Tagen nach einer Prostatabiopsie zu Fieber oder Schüttelfrost kommen, sollten Sie uns unverzüglich kontaktieren (nachts via Notfallstation). Dasselbe gilt auch für eine ungewöhnlich starke Blutung, also eine tiefrote Verfärbung des Urins («Burgunderin») oder Blutabgang im Schwall aus dem After. Selten kann es auch vorkommen, dass die Biopsie zu einer Prostataschwellung führt, sodass Sie nicht mehr richtig urinieren können. Auch in diesem Fall sollten Sie uns unverzüglich kontaktieren.

Gibt es Alternativen zur Prostatabiopsie?

Die Prostatabiopsie ist die weitaus häufigste Art der Gewebeentnahme. Alternativ kann mit einer feinen Nadel eine sogenannte Zytologie gewonnen werden. Dabei werden einzelne Zellen aus der Prostata «herausgesogen» und unter dem Mikroskop untersucht. Die Aussagekraft dieser Untersuchung ist aber deutlich geringer verglichen mit einer Biopsie.

Wie können Sie selber mithelfen, das Komplikationsrisiko gering zu halten?

Indem Sie die Anweisungen zur Vorbereitung genau befolgen und ergänzend untenstehende Fragen vollständig beantworten:

  • Nehmen Sie gerinnungshemmende Medikamente zur Blutverdünnung? (z.B. Marcoumar, Sintrom, Aspirin, Aspirin Cardio, Tiatral, Aspegic, Alcacyl, Plavix, etc.)
  • Besteht bei Ihnen eine verstärkte Neigung zu Blutergüssen (auch bei kleinen Verletzungen, z.B. einer Zahnextraktion)
  • Besteht eine Allergie auf bestimmte Medikamente? Wenn ja, welche?
  • Leiden Sie an einem Herzklappenfehler? Tragen Sie einen Herz-Ausweis auf sich (rot oder grün)?

Kontakt Urologie

Telefon: +41 61 685 85 23
Fax: +41 61 685 82 61
E-Mail: urologie@claraspital.ch

Kontakte für Zuweiser

Kontakt Claraspital

claraspital.ch
Unsere Telefonzeiten sind Montag bis Freitag von 08.00 - 17.00 Uhr. Ausserhalb der Telefonzeiten ist die Rezeption rund um die Uhr besetzt.

Rezeption:
T: 061 685 85 85